Erste Schuljahre

Vorbeugende Maßnahmen

Leben mit einem hämophilen Kind - erste Schuljahre

Im Alter von 5 bis 6 Jahren entwickelt Ihr Sohn körperliche Fähigkeiten und Bedürfnisse, die zwangsläufig ein höheres Verletzungsrisiko mit sich bringen, als beim Kleinkind. Fußballspielen, Rennen, das Austesten der eigenen Kraft gehören nun zum Alltag und helfen, sich mit anderen Kindern zu messen und Anerkennung von Gleichaltrigen zu bekommen. Gerade im Alter zwischen 7 und 10 Jahren wird diese Form der Anerkennung immer wichtiger, da sie maßgeblich zur Entwicklung des Selbstbewusstseins beitragen kann.

Versuchen Sie, die Fähigkeiten Ihres Sohnes anzuerkennen, zeigen Sie Ihren Stolz, aber fordern Sie ihn dennoch auf, sich selbst Grenzen zu setzen. Nicht jede Mutprobe muss durchstanden werden – vor allem dann nicht, wenn die Mitschüler und Spielkameraden über die Hämophilie Ihres Sohnes informiert sind.

Die in diesem Alter mit Vorliebe eingesetzten Fortbewegungsmittel sind Fahrrad, Inline-Skates oder Skateboard. Wenn Ihr Sohn sich nicht mit dem Fahrradfahren begnügen will, machen Sie zur Bedingung, dass er ein Training für den sicheren und risikobewussten Umgang mit Inline-Skates und Skateboard absolvieren muss. Hier wird er u. a. auch erfahren, dass das Tragen von Helm und Gelenkschützern ihn nicht zum Außenseiter macht.

Typische Verletzungen und Behandlungsvorschläge

Nasenbluten
Nasenbluten entsteht häufig durch zu trockene Schleimhäute oder Verletzungen der Schleimhäute durch Niesen, Nasenbohren oder als Folge einer Rauferei.

  • Sagen Sie Ihrem Sohn, dass er den Kopf nach vorne beugen und das Blut nicht schlucken soll.
  • Drücken Sie mindestens 10 Minuten den Nasenflügel zu, um die Blutung zu stoppen.
  • Legen Sie ihm ein kaltes Tuch in den Nacken.

Den Arzt informieren, wenn …

  • die Blutung nach 20 Minuten nicht zum Stillstand kommt,
  • Ihr Sohn einen Schlag oder Stoß auf die Nase bekommen hat,
  • Ihr Sohn häufig Nasenbluten hat.

Schürf- oder Schnittwunden
Verletzungen dieser Art gehören zum Alltag eines jeden Kindes (und aller Eltern). In den überwiegenden Fällen sind sie nicht schwerwiegend und müssen nicht mit Faktor behandelt werden.

Schürfwunden werden gesäubert und desinfiziert und mit einem Pflaster versehen.

Bei kleineren Schnittverletzungen hilft ein Pflaster oder Druckverband.

Den Arzt informieren, wenn …

  • es sich um eine tiefe Schnittverletzung handelt,
  • die Blutung nicht nachlässt.

Gelenk- oder Muskelblutungen
Gelenk- und Muskelblutungen sind nicht immer sichtbar, können aber durch aufmerksame Beobachtung und Klärung folgender Fragen rechtzeitig bemerkt werden.

  • Hat Ihr Sohn Schmerzen in den Gelenken?
  • Belastet er ein Bein oder einen Arm mehr als den anderen?
  • Oder: Versucht er die Belastung eines Armes oder Beines zu vermeiden?
  • Ist eines seiner Gelenke geschwollen?
  • Fühlt sich ein Muskel hart oder geschwollen an?
  • Verspürt Ihr Sohn ein Kribbeln oder Wärme im Gelenk oder Muskel?

Handelt es sich tatsächlich um eine Gelenk- oder Muskelblutung, sollte Ihr Sohn zunächst das betroffene Bein oder den Arm hochlegen und ein Kühlkissen auf die Schwellung legen. Gelenk- und Muskelblutungen sollten schnell mit Faktor behandelt werden.

Den Arzt sofort informieren, wenn …

  • Sie sich unsicher sind, wie stark die Blutung im Gelenk oder im Muskel ist.