Faktorpräparate

Zunächst wurden die Faktorkonzentrate ausschließlich aus menschlichem Blutplasma gewonnen. Da Erreger, die Infektionen, wie z. B. Hepatitis (Leberentzündung) oder das HIV-Syndrom (AIDS) auslösen können, auch über das Blut übertragen werden können, bestand bis in die 1990er Jahre für Hämophilie-Patienten immer auch ein gewisses Risiko, durch die Faktorbehandlung an einer Infektion zu erkranken.

Dieses Risiko wurde auch durch die seit 1992 mögliche biotechnologische Herstellung der Faktorpräparate reduziert. Seit 2004 ist ein rekombinantes Faktor-VIII- Präparat auf dem europäischen Markt erhältlich, das ohne Blutkomponenten hergestellt wird. Das Risiko der Übertragung einer Infektion ist damit nicht mehr vorhanden, da die Herstellung ohne Zusätze von tierischen und menschlichen Proteinen erfolgt.