Behandlung zu Hause

(Heimselbstbehandlung)

Wenn Ihr Sohn alt genug ist (ab ca. 2 Jahre), können Sie den behandelnden Arzt bitten, Ihnen zu zeigen, wie Sie selbst die Faktorinfusion durchführen können. Auf diese Weise ist es Ihnen möglich, schneller auf akute Verletzungen zu reagieren und eine prophylaktische Behandlung zu Hause selbst durchzuführen. Selbstverständlich werden Sie von Ihrem Behandlungszentrum oder dem behandelnden Arzt in die Behandlung eingewiesen und erhalten einen genau abgestimmten Behandlungsplan. Die Hämophilie-Zentren bieten Kurse zum Erlernen des Spritzens an und auch Kinderärzte können bei der Einweisung behilflich sein. Zusätzlich bietet das Patienten-Service-Programm „Hemophilia@Home“ Patienten und deren Angehörige Hilfe bei Unsicherheiten und Problemen im Umgang mit der Krankheit oder dem Substituieren. Die erfahrenen und speziell geschulten Hämophilie-Assistenten bilden das Bindeglied zu dem behandelnden Arzt im Hämophilie-Zentrum und unterstützen die Behandlung auf Wunsch zu Hause. Dabei geben sie nicht nur konkret Hilfestellung bei der Anwendung der Faktorenpräparate, sondern unterstützen auch mit praktischen Tipps.

Ebenso wie Sie die Infusionsbehandlung zu Hause benötigen, sollten Sie Ihren Sohn auf das für ihn ungewohnte Vorgehen einstimmen:

 

  • Zeigen Sie ihm, wie sehr Sie sich darauf freuen, die Behandlung nun selbst durchführen zu können.
  • Erklären Sie ihm, welche Vorteile für ihn damit verbunden sind.
  • Fragen Sie auch Ihren Sohn, wie er es findet, dass Sie ihn ab jetzt zu Hause behandeln.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Tipps, wie Sie Ihrem Kind während der Infusion die nötige Ruhe und Angstfreiheit vermitteln können:

  • Bleiben Sie selbst vor und während der Infusion ruhig und planen Sie genügend Zeit ein.
  • Machen Sie Ihrem Kind diese neue Erfahrung so angenehm wie möglich. Erzählen Sie ihm z. B. eine Geschichte oder lassen Sie ihn seinen Lieblingsfilm anschauen.
  • Wählen Sie für die Infusion einen Raum aus, der eine angenehme Atmosphäre bietet.
  • Versuchen Sie, die Infusionsschritte immer in der gleichen Reihenfolge durchzuführen. Ihr Sohn kann sich dann besser darauf einstellen, was als Nächstes kommt.
  • Lassen Sie Ihren Sohn, wenn er sich dadurch wohler fühlt, ein Lieblingsspielzeug oder Kuscheltier während der Infusion dabei haben.
  • Belohnen Sie Ihren Sohn nach der Infusion – mit lobenden Worten oder einer Kleinigkeit, die ihm Freude bereitet.
  • Beziehen Sie ihn in die Vor- und Nachbereitungen mit ein. Dies gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit und Selbstbestimmung. So kann er z. B. alle notwendigen Materialien zusammensammeln, den Faktor mischen, die Staubinde selbst anlegen oder das Pflaster selbst aufkleben.