Zysten bei Hämophilie erfolgreich behandelt

Zysten bei Hämophilie erfolgreich behandelt

11.12.15

Arthropathie, Faktor VIII, Inhibitor, Operation

BUENOS AIRES (Biermann) – Die hämophile Arthropathie – die Schädigung der Gelenke infolge wiederholter Einblutungen – kann mit Zysten einhergehen, die unter dem Knorpel liegen (= subchondral).

Ihre langjährigen Erfahrungen in der Therapie dieser Zysten mit korallinem Hydroxyapatit stellen Mediziner um H. Caviglia vom General Hospital Dr. Juan A. Fernández aus Buenos Aires in der Zeitschrift „Hämophilia“ vor. Dieser als Knochenersatzmaterial verwendete Hydroxyapatit wird aus Korallen gewonnen, wobei deren poröse Skelettstruktur erhalten bleibt.

Zwischen 1990 und 2014 wurden 37 Männer mit 49 zystischen Läsionen behandelt. 34 Patienten litten unter einer Hämophilie A, drei unter einer Hämophilie B und zwei hatten Inhibitoren gegen Faktor VIII. Das durchschnittliche Alter lag bei 23,6 Jahren, die durchschnittliche Nachbeobachtung bei zehn Jahren.

Die Mediziner fanden 24 Läsionen im Schienbein (49%), sechs im Sprungbein (12,2%), sieben in der Elle (14,4%), fünf im Oberarmknochen (10,2%), fünf im Oberschenkelknochen (10,2%) und zwei in der Speiche nahe dem Handgelenk (4%).

Bei allen Patienten wurden vor der Operation Bildaufnahmen per Röntgen, Computertomographie und Magnetresonanztomographie erstellt. Die Läsionen wurden dann behandelt, wenn die geschädigte Stelle mehr als 15% des Gelenkbereiches ausmachte und wenn der Gelenkbereich einen Durchmesser von mehr als einem Zentimeter hatte. Wie Caviglia und Kollegen erläutern, wurde der Inhalt der Zysten abgesaugt und diese dann mit korallinem Hydroxyapatit wieder aufgefüllt.

Bei 48 Zysten sei durch das Einbringen des korallinen Hydroxyapatits die Knochenstruktur wiederhergestellt werden, berichten die Wissenschaftler. Die durchschnittliche Dauer des Knochenaufbaus habe 10 Monate betragen, und nur ein Patient habe einen zweiten Eingriff benötigt.

„Die Behandlung subchondraler Zysten bei hämophilen Patienten durch Absaugen und Auffüllen mit korallinem Hydroxyapatit ermöglicht einen Knochenaufbau und zögert die Verschlechterung des behandelten Gelenks hinaus“, bilanzieren die Studienautoren.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 03.12.2015; dx.doi.org/10.1111/hae.12800