Zentralvenöse Ports selbst bei sehr kleinen Kindern sicher

Zentralvenöse Ports selbst bei sehr kleinen Kindern sicher

22.05.15

Faktor VIII, Inhibitor

KUOPIO (Biermann) – Die regelmäßige Infusion von Faktor-VIII-Konzentrat kann bei hämophilen Kindern durch die Implantation eines zentralvenösen Ports erleichtert werden. Doch inwieweit stehen dieser Erleichterung infektiöse und nicht infektiöse Komplikationen entgegen? Als Risikofaktoren gelten etwa ein junges Alter bei der Implantation des Ports oder das Vorliegen von Inhibitoren.

In einer rückblickenden Untersuchung klärten finnische Forscher um Kaisa Vepsäläinen vom Kuopio University Hospital nun, ob diese Bedenken berechtigt sind. Sie werteten das Auftreten und die Risikofaktoren aus, die mit dem Gebrauch von Ports verbunden sind. An der Studie nahmen fünf finnische, auf Kinder spezialisierte Hämophilie-Zentren teil.

In die Studie wurden 106 Ports bei 58 Patienten eingeschlossen, was insgesamt 137.971 Tage mit Portnutzung ergab. Im Median hielt ein Zugang 1159 Tage (der Median oder Zentralwert ist laut Wikipedia1 ein Mittelwert für Verteilungen in der Statistik). Der häufigste Grund für die Entfernung eines Ports, der lange gehalten hatte (im Median 1640 „Port-Tage“), war eine Fehlfunktion.

Die Wissenschaftler um Vepsäläinen beobachteten eine sehr geringe Rate an Blutbahninfektionen (0,12/1000 Port-Tage). Als signifikanten Risikofaktor für eine Infektion stellte sich die Anwesenheit eines neutralisierenden Inhibitors heraus. Ob der Port mit Heparin oder einer Salzlösung gespült wurde, wirkte sich hingegen nicht auf Komplikationen oder Haltbarkeit des Ports aus.

Erfreulicherweise konnten die Wissenschaftler eine niedrigere Infektionsrate nachweisen, als zuvor berichtet wurde. Sie halten dies insofern für bemerkenswert, als 90 Prozent der Patienten bei der ersten Implantation eines Ports sehr jung (unter zwei Jahren) waren – im Median etwa ein Jahr.

Der Port wurde nach der anfänglichen Implantation häufig genutzt: Bei sechs Patienten (10%) täglich für eine Immuntoleranzinduktion und bei 74 Prozent mindestens zweimal wöchentlich für die Prophylaxe.

Außerdem stellten die Forscher fest, dass ein junges Alter das Risiko für Infektionen nicht erhöhte, da 59 Prozent der mit dem Port verbundenen Infektionen bei Kindern über sechs Jahren verzeichnet wurden.

Das Fazit von Vepsäläinen und ihren Kollegen: „Unsere landesweite Erfahrung bestätigt, dass die Verabreichung von prophylaktischem Faktorkonzentrat via Port selbst bei sehr kleinen Kindern sicher ist.”

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 31.03.2015; dx.doi.org/10.1111/hae.12665
1.    http://de.wikipedia.org/wiki/Median