Warum ein gutes Gleichgewicht bei Hämophilie wichtig ist

Warum ein gutes Gleichgewicht bei Hämophilie wichtig ist

05.01.17

Arthropathie, Sport

VALENCIA (Biermann) – Liegen Veränderungen im Muskel-Skelett-System vor – vor allem in den Beinen –, so schränkt dies die körperliche Aktivität ein und beeinträchtigt das Gleichgewicht sowie den Gang.  Nun könnten Haltungsstörungen bei hämophilen Kindern das Risiko für Blutungsereignisse erhöhen und den körperlichen Zustand verschlimmern, indem das Fortschreiten der hämophilen Arthropathie – also der Gelenkschäden infolge von Gelenkblutungen – begünstigt wird.

Wissenschaftler um Sofia Pérez-Alenda von der Universität im spanischen Valencia überprüften daher anhand eines Balanceboards, das zu einer Spielekonsole gehört, wie es um das Gleichgewicht hämophiler Jungen bestellt ist. An der Studie nahmen 19 Kinder mit Hämophilie und 19 Kinder ohne Hämophilie im Alter von neun bis zehn Jahren teil.

Die Kinder absolvierten vier Tests, die jeweils 15 Sekunden dauerten. Geprüft wurden das Gleichgewicht im Stand auf beiden Beinen mit offenen sowie mit geschlossenen Augen und die Standfähigkeit auf jeweils einem Bein.

Die Analyse von 16 Parametern ergab, dass die hämophilen Kinder im Vergleich zur Kontrollgruppe im Stand ein schlechteres Gleichgewicht zeigten. Daher sollten in Physiotherapie-Programme, körperliche Aktivitäten und Sport auch Übungen zur Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit mit einbezogen werden, um einer Schädigung der Gelenke vorzubeugen und die Lebensqualität zu verbessern, bilanzieren die Forscher.

Nun gibt es im Internet unter der Stichworten Gleichgewichts- oder Balance-Training zwar zahlreiche Anleitungen und Filme, aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr sollte aber besser nach Rücksprache mit einem Physiotherapeuten trainiert werden.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 08.12.2016, dx.doi.org/10.1111/hae.13128