Warum bei Hämophilie die Knochengesundheit besondere Beachtung verdient

Warum bei Hämophilie die Knochengesundheit besondere Beachtung verdient

16.10.14

Gesundheit, Prophylaxe

THESSALONIKI (Biermann) – In den vergangenen Jahren gab es zunehmend Studien, die sich der Knochengesundheit hämophiler Jungen und Männer widmeten. Was zu diesem Thema bisher bekannt ist, haben nun griechische Autoren in der Fachzeitschrift „Haemophilia“ unter dem Titel „Bone disease in patients with haemophilia A and B – where are we now?“ zusammengefasst.

Wie Panagiotis Anagnostis vom Hämophilie-Zentrum von Nord-Griechenland und seine Kollegen schreiben, sei es offensichtlich, dass Hämophilie A und B sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern mit einer reduzierten Knochenmasse einhergehen. Als zwei der Hauptfaktoren, die zu Knochenverlust führen, nennen sie eine verminderte körperliche Aktivität und Vitamin-D-Mangel. Zudem könne eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) zu einer geringen Knochenmineraldichte (KMD) beitragen.

Noch könnten aber keine definitiven Schlussfolgerungen gezogen werden, wie häufig Knochenschwund (Osteoporose) bei hämophilen Menschen auftritt und wie die Krankheitsentwicklung genau abläuft. Das liege an den wenigen Patienten und den Unterschieden zwischen den Studien, erläutern die Wissenschaftler. Außerdem seien die Befunde dazu widersprüchlich, an welcher Stelle des Skeletts die Knochendichte niedrig ist.

Darüber hinaus stellen Anagnostis und seine Kollegen fest, dass es nur wenige Daten zum Risiko für Knochenbrüche gibt. Sie geben folgende Empfehlungen: Um das Risiko für Knochenbrüche zu beurteilen, eigne sich das Fracture Risk Assessment Tool (FRAX). Ab einem  Alter von 25 Jahren sei eine regelmäßige Bestimmung der Knochendichte ratsam. Risikofaktoren, die mit Knochenverlust einhergehen, sollten sorgfältig ausgewertet und eine optimale Aufnahme von Kalzium und Vitamin D sichergestellt werden.

Darüber hinaus nennen sie zur Prävention von Knochenverlust eine langfristige Prophylaxe mit dem jeweils fehlenden Faktor, Krafttraining und – bei stark erhöhtem Frakturrisiko – Bisphosphonate.  Zur Erklärung:  Von Krafttraining profitieren nicht nur die Muskeln, es liefert auch Anreize für den Knochenaufbau.

Quelle: Anagnostis P1, Karras SN, Goulis DG. Bone disease in patients with haemophilia A and B – where are we now? Haemophilia. 2014 Sep 23. [Epub ahead of print]; Web: dx.doi.org/ 10.1111/hae.12551