Übergewicht bei älteren Schulkindern mit Hämophilie im Fokus

Übergewicht bei älteren Schulkindern mit Hämophilie im Fokus

12.09.16

Arthropathie, Prophylaxe, Sport

NEWARK (Biermann) – Unter älteren hämophilen Schulkindern, die alle an einem bestimmten Hämophilie-Zentrum behandelt wurden, waren wenige übergewichtig oder fettleibig. So lautet das Ergebnis einer kleinen Studie, die beim diesjährigen Kongress der World Federation of Hemophilia (WFH) in Orlando, Florida, vorgestellt wurde.

Ein weiterer Befund war, dass zu viele Pfunde nicht auf das Konto mangelnder Aktivität aufgrund von chronischer Arthropathie oder Blutungsereignissen gingen. Bei Einsatz der Prophylaxe, um Gelenkblutungen vorzubeugen, sollte der Fokus auf Gewichtskontrolle und regelmäßigem sicheren Training liegen, so Ellen White und Alice J. Cohen vom Newark Beth Israel Medical Center, Newark, USA.

Bevor die Primärprophylaxe mit Gerinnungsfaktor-Konzentrat zur Prävention von Hämarthrose eingeführt wurde, hätten hämophile Erwachsene unter signifikanter Arthropathie gelitten, erläutern sie zum Hintergrund ihrer Untersuchung. Fettleibigkeit und dadurch bedingte Erkrankungen seien die Folge gewesen.

Heutzutage erhielten viele Kinder von vornherein eine Prophylaxe, was zu weniger geschädigten Gelenken geführt habe und es ermögliche, in jungen Jahren an sportlichen Aktivitäten teilzunehmen. Wie die Autorinnen weiter schreiben, treten Übergewicht und Fettleibigkeit bei hämophilen Kindern ähnlich häufig auf wie in der Allgemeinbevölkerung.

Die Wissenschaftlerinnen wollten nun genau feststellen, wie häufig ein hoher Body-Mass-Index (BMI) im höheren Schulalter bei Jungen zwischen 13-18 Jahren ist, die am Hemophilia Center at Newark Beth Israel Medical Center behandelt werden. Außerdem wollten sie wissen, welchen Einfluss dies auf Gelenkblutungen, Teilnahme an sportlichen Aktivitäten und Therapietreue hat.

Zu diesem Zweck wurden die Krankenakten von 27 ihrer Patienten überprüft und Hämophilie-Typ und -Schwere, BMI und Teilnahme an sportlichen Aktivitäten erfasst. 14 litten unter schwerer, sieben an moderater und sechs unter leichter Hämophilie. Von den 27 Patienten erhielten 15 (56%) eine Primärprophylaxe – die 14 (93%) auch einhielten –, während 12 bei Bedarf behandelt wurden.

Wie sich zeigte, waren 5 Jugendliche (18%) übergewichtig (BMI 25-29,9) und vier fettleibig (BMI>30). Keiner der Patienten gab während des Studienzeitraums eine Gelenkblutung an. Zwei der fünf übergewichtigen Kinder nahmen aktiv an Sportarten teil (Schwimmen, Fußball), während die vier adipösen Jungen sich davon fernhielten.

13 der Kinder mit einem BMI <25 übten verschiedene Sportarten aktiv aus. Alle Teenager nahmen am Sportunterricht teil. Ein weiteres Ergebnis war, dass bis auf einen keiner unter chronischen Gelenkanomalien litt.

Quelle: Haemophilia 2016;22(Suppl 4):4; http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/hae.12980/pdf