Therapietreue selbst bei schwerer Hämophilie suboptimal

Therapietreue selbst bei schwerer Hämophilie suboptimal

24.08.14

Umgang mit Hämophilie

TUCSON (Biermann) – Die beste Therapie kann bekanntlich nur helfen bzw. schützen, wenn sie auch eingehalten wird. Doch das ist verblüffender Weise selbst bei schwerer Hämophilie nicht immer der Fall, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt: Mit 66,2 Prozent hielt die Mehrheit der schwer hämophilen Patienten ihre Therapie während weniger als 70 Prozent der Zeit ein.

Edward P. Armstrong von Strategic Therapeutics, Tucson, und seine Kollegen untersuchten die Therapietreue – die sogenannte Adhärenz – gegenüber Gerinnungsfaktoren für den Zeitraum 2006-2011.

Insgesamt 207 Patienten – davon etwa drei Viertel mit Hämophilie A und ein Viertel mit Hämophilie B – nahmen sie in ihre Studie auf. Bei Patienten mit schwerer Hämophilie gingen sie von einer prophylaktischen Versorgung aus, wobei sie 74 Patienten als schwer hämophil, 32 als moderat hämophil und 101 als leicht hämophil einstuften.

Der Prozentsatz der Zeiträume, in denen die Adhärenz gegenüber Gerinnungsfaktoren bei 60 Prozent oder mehr lag, betrug in der Gruppe mit leichter Hämophilie 14 Prozent, bei moderater Hämophilie 21 Prozent und bei schwerer Hämophilie 51 Prozent.

Jeweils rund ein Drittel der Patienten mit schwerer Hämophilie hielt die Therapie nur wenig, mittelmäßig beziehungsweise gut ein.
Gelenkblutungen und Krankenhausaufenthalte traten in den drei Gruppen selten auf.

Quelle: Hematology. 2014 Jul 7. [Epub ahead of print]; Adherence to clotting factors among persons with hemophilia A or B. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25001343