Synovitis bei Hämophilie: Plättchenreiches Plasma

Synovitis bei Hämophilie: Plättchenreiches Plasma

16.06.17

Arthropathie, Blutungen

BUENOS AIRES (Biermann) – Durch die chronische Ansammlung von Blut im Gelenk kann es bei Hämophilie zu einer Entzündung der Gelenkschleimhaut kommen. Da der Fachbegriff für die Gelenkschleimhaut Membrana synovialis oder Synovialmembran lautet, sprechen Mediziner von einer Synovitis. Leider lässt sich diese Erkrankung mit konservativen, also nicht invasiven Methoden nicht ausreichend behandeln.

Wissenschaftler um Dr. Horacio Caviglia vom  Krankenhaus „Dr. Juan A. Fernández“ in Buenos Aires sind nun der Frage nachgegangen, ob vielleicht die Injektion von plättchenreichem Plasma  helfen könnte. Dieses Plasma weist eine hohe Konzentration an Wachstumsfaktoren auf, die bei der Regulation und Stimulation von Heilungsprozessen eine Schlüsselrolle spielen.

Die Forscher behandelten an ihrem Zentrum zwischen Dezember 2014 und Dezember 2015 insgesamt 19 Patienten mit 28 betroffenen Gelenken (2 Sprung-, 7 Ellbogen- und 19 Kniegelenke). Davon litten 18 Patienten unter Hämophilie A (17 schwer, einer leicht) und ein Patient unter schwerer Hämophilie B. Das durchschnittliche Alter lag bei 26 Jahren.

Caviglia und seine Kollegen untersuchten bei allen betroffenen Gelenken die Bewegungsfreiheit, den Umfang der Gelenke selbst, den Haemophilia Joint Health Score (HJHS – ein Maß für die Gesundheit der Gelenke), die Zahl der Blutungsepisoden und die Schmerzen. Die Untersuchungen erfolgten vor sowie 3 und 6 Monate nach der Behandlung.

Zur Behandlung der Gelenkschleimhautentzündung injizierten die Mediziner im Durchschnitt vier Milliliter patienteneigenes plättchenreiches Plasma in den Gelenkspalt. Die Analyse vor und nach der Behandlung zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des mit dem HJHS gemessenen Gelenkzustandes. Auch die Abnahme der Episoden von Gelenkblutungen erwies sich als statistisch signifikant. Ferner beobachteten die Studienautoren beim Umfang der Gelenke einen statistisch signifikanten Unterschied. Auch gaben alle Patienten eine Schmerzlinderung an.

Bei keinem der Patienten traten Komplikationen auf, weder bei der Blutentnahme noch bei der Injektion des plättchenreichen Plasmas, auch nicht bei Patienten mit Inhibitoren.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 04.05.2017; dx.doi.org/10.1111/hae.13212