Studie: Bewegungsfreude bei schwerer Hämophilie lässt schon in jungen Jahren nach

Studie: Bewegungsfreude bei schwerer Hämophilie lässt schon in jungen Jahren nach

29.09.16

Prophylaxe

TORONTO (Biermann) – Wie unterscheiden sich die Profile der körperlichen Aktivität (Typ, Intensität, Frequenz und Dauer) bei Kindern mit unterschiedlichen Hämophilie-Schweregraden?

Dieser Frage gingen Wissenschaftler um Vanessa Bouskill vom Hospital for Sick Children in Toronto in einer aktuellen Beobachtungsstudie nach, in der die Aktivität von Jungen anhand von Beschleunigungsmessern erfasst wurde.

Alle Teilnehmer trugen eine Woche lang täglich einen Beschleunigungsmesser und füllten Fragebögen aus. Die per Beschleunigungsmesser erfassten Aktivitäten wurden als leicht, mittel oder intensiv klassifiziert.

Insgesamt nahmen die Wissenschaftler 66 Jungen in ihre Studie auf, davon 24 mit leichter/moderater und 42 mit schwerer Hämophilie. Die Studienteilnehmer waren im Schnitt knapp 12 Jahre (±4 Jahre) alt und hatten im Mittel einen Body-Mass-Index (BMI) von 20,7 kg m2 (±5,7). Es zeigte sich, dass Jungen mit schwerer Hämophilie täglich signifikant länger mit sitzenden Aktivitäten beschäftigt waren als jene mit leichter/moderater Hämophilie.

Darüber hinaus stellten Bouskill und ihre Kollegen fest, dass die im Sitzen verbrachte Zeit bei Jungen mit schwerer Hämophilie mit dem Alter zunahm, während bei jenen mit leichter/moderater Hämophilie das Gegenteil zutraf.

Die Forscher spekulieren, dass die Prophylaxe es den Jungen mit schwerer Hämophilie ermöglichte, sich körperlich ähnlich moderat bis intensiv zu betätigen wie die Jungen mit leichter/moderater Hämophilie. Die zunehmend sitzend verbrachte Zeit in der Gruppe mit schwerer Hämophilie könnte neben psychosozialen Faktoren auch zunehmenden Gelenkproblemen geschuldet sein, mutmaßen sie.

Quelle: Haemophilia 2016; Sep;22(5):e383-9. doi: 10.1111/hae.13021.