Sechsmonatiges Sportprogramm fördert die Fitness

Sechsmonatiges Sportprogramm fördert die Fitness

28.08.16

Sport

WUPPERTAL (Biermann) – Körperlich fit zu sein ist für Männer mit Hämophilie sehr wichtig, wird aber stark von Blutungsepisoden beeinflusst. Wenngleich einige Kohortenstudien eine Verbesserung der körperlichen Fitness nach einem Trainingsprogramm beschreiben, sind randomisierte kontrollierte – sozusagen aussagekräftigere – Studien bei hämophilen Männern nach wie vor selten.

Das Ziel einer solchen Studie von Forschern um Britta Runkel von der Universität Wuppertal bestand deshalb darin, die Verbesserung der körperlichen Arbeitsfähigkeit bei hämophilen Menschen durch ein Sporttherapie-Programm zu beweisen.

Die Studie umfasste eine Trainingsphase von 6 Monaten. 5 Personen mit mittelschwerer und 59 Personen mit schwerer Hämophilie A (57) oder B (7) wurden auf 2 Gruppen aufgeteilt – die Gruppe mit Trainingsprogramm und die Kontrollgruppe. Vor und nach dem Trainingsprogramm wurden die Kraft gemessen und die Gelenke überprüft. Außerdem erfolgten ein Koordinationscheck und ein 12-min-Gehtest.

Die Wissenschaftler stellten nach dem Trainingsprogramm eine Zunahme der Kraft folgender Muskeln in der trainierten Gruppe fest:

  • des dreiköpfigen Armmuskels,
  • des Armbeugers,
  • des sehr breiten Rückenmuskels,
  • des geraden Bauchmuskels,
  • des Schenkelbeugers und
  • des vierköpfigen Oberschenkelstreckers.

Darüber hinaus beobachteten die Studienautoren eine Zunahme bei der Distanz (+171,5 m), die im 12-min-Gehtest geschafft wurde. Auch der Ein-Bein-Stand verbesserte sich in der Trainingsgruppe (+2,2 s rechtes Bein).

Das Fazit der Forscher: Erstmals hat eine Studie mit randomisiert-kontrolliertem Studiendesign und einer angemessenen Zahl hämophiler Erwachsener gezeigt, dass sich ein Sporttherapie-Programm mit spezifischen Anleitungen über 6 Monate positiv auf die körperliche Funktionsfähigkeit auswirkt, unabhängig von Konstitution und Krankheitsprozess.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 11.07.2016; dx.doi.org/10.1111/hae.12957