Schäden am Ellbogen durch Hämophilie: Wie vorbeugen und behandeln?

Schäden am Ellbogen durch Hämophilie: Wie vorbeugen und behandeln?

22.09.15

Arthropathie, Operation, Prophylaxe, Sonstiges

HOUSTON (Biermann) – Eine dauerhafte Schädigung der Gelenke durch Blutungen (hämophile Arthropathie) kann auch den Ellbogen betreffen. Bleibt dieser Zustand unbehandelt, wird das Gelenk nach und nach immer weiter zerstört – der Betroffene ist erheblich beeinträchtigt.

Daher sei es ganz entscheidend, das Ellbogengelenk mit geeigneten prophylaktischen Maßnahmen angemessen zu behandeln, seinen Zustand mit bildgebenden Verfahren genau zu erfassen und rechtzeitig therapeutisch einzugreifen, schreiben Timothy Dale vom Baylor College of Medicine in Houston und seine Kollegen in der Fachzeitschrift „Journal of Shoulder and Elbow Surgery”.

An erster Stelle ist dabei natürlich der Faktorersatz oder die Supplementierung mit Faktorkonzentrat gemeint, um Blutungsepisoden soweit es geht einzuschränken. Zudem sollten die Gelenke regelmäßig auf Schäden hin begutachtet werden.

Röntgenaufnahmen seien zwar preiswert und zeigten Knochenerkrankungen und Gelenkveränderungen auf, es mangele ihnen aber an Details zum Weichgewebe, schildern die Autoren. Auch würden sie frühe Veränderungen möglicherweise nicht erkennen lassen.

Als weitere Methode führen die Autoren die Magnetresonanztomographie an: Diese sei zwar sehr reich an Details, ihr Einsatz könne aber aufgrund der hohen Kosten und die bei jüngeren Patienten nötige Sedierung eingeschränkt sein. Ultraschall erreiche zwar nicht das dasselbe Niveau wie die Magnetresonanztomographie, finde aber als bequeme, effektive und relativ preisgünstige Alternative zunehmend Verwendung.

Doch was lässt sich bei bereits eingetretenen Schäden tun? Oft sei dann eine invasivere Behandlung erforderlich, unterstreichen Dale und seine Kollegen. Als geeignete Verfahren, um Schmerzen zu minimieren und künftigen Blutungsepisoden vorzubeugen, führen sie die Radiosynovektomie und die arthroskopische Synovektomie an.

Synovektomie bedeutet die Entfernung bzw. funktionelle Ausschaltung der Gelenkschleimhaut (Membrana synovialis) entweder durch Bestrahlung oder chirurgische Methoden. Bei der Bestrahlungsmethode werden radioaktive Substanzen in das Gelenk injiziert. Ist der Schaden jedoch zu ausgedehnt, kann der Ersatz des Ellbogengelenks erforderlich werden.

Quelle: J Shoulder Elbow Surg. 2015 Oct;24(10):1669-78.