Orthosen zur Behandlung der hämophilen Arthropathie

Orthosen zur Behandlung der hämophilen Arthropathie

21.08.15

Arthropathie

MADRID (Biermann) – Orthosen sind Hilfsmittel, die im Rahmen der Rehabilitation eingesetzt werden, um die funktionellen oder strukturellen Eigenschaften des Systems aus Nerven, Muskeln und Skelett zu verändern. Ein Beispiel sind aus Silikon angefertigte Einlagen für Schuhe, die dem Fuß genau angepasst und auf die Beschwerden abgestimmt werden. Orthosen werden oft auch als Orthesen bezeichnet.

Doch was genau können Orthosen in der Behandlung hämophiler Gelenkschäden (hämophile Arthropathie) leisten? Dieser Frage gehen Hortensia De la Corte-Rodriguez und Carlos Rodriguez-Merchan vom La Paz University Hospital, Madrid, in einer aktuellen Übersichtsarbeit nach, in der sie Design, Materialien und Charakteristika von Orthosen und die Anwendungsbereiche verschiedener, bei  hämophiler Arthropathie eingesetzter Orthosen schildern. Dabei diskutieren sie Orthosen für Sprunggelenke, Knie und Ellbogen, Einlegesohlen, Modifikationen von Schuhwerk und orthopädische Schuhe.

Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Orthosen die Bewegung eines Gelenks kontrollieren oder verhindern können, ein spezifisches Gelenk stabilisieren oder seine Belastung reduzieren können. Diese Mittel müssten von einem Arzt im Rahmen der Rehabilitation verschrieben werden, führen sie weiter aus, die Empfehlungen für die richtige Auswahl und den Einsatz von Orthosen seien hochkomplex.

Um das meiste aus dieser Therapieform herausholen zu können, sei ein tiefgreifendes Verständnis von Anatomie und Biomechanik grundlegend, ebenso ein Verständnis der Hilfsmittel, die für die verschiedenen Gelenke, die durch hämophile Arthropathie geschädigt sind (Sprunggelenke, Füße, Knie und Ellbogen), verfügbar sind.

„Orthosen können Schmerzen reduzieren, die Lebensqualität von Menschen mit hämophiler Arthropathie verbessern und somit eine Operation in vielen Fällen hinauszögern“, lautet das Fazit der beiden spanischen Experten.

Quelle: Haemophilia. 2015 Aug 7. dx.doi.org/10.1111/hae.12779 [Epub ahead of print]