Orthopädische Eingriffe bei Hämophilie: Positiver Trend

Orthopädische Eingriffe bei Hämophilie: Positiver Trend

02.05.16

Operation, Sonstiges

SAN FRANCISCO (Biermann) – Ob es nun der Prophylaxe zuzuschreiben ist – was nahe liegt – oder anderen Faktoren wie eventuell einer gesünderen Lebensführung: Eine neue  Studie aus den USA zeigt, dass invasive orthopädische Eingriffe bei hämophilen Patienten heute seltener erfolgen als noch vor einem Jahrzehnt.

Nötig werden solche Eingriffe in der Regel, um die Blutungsfrequenz zu senken und/oder die Schmerzen zu lindern, die mit einer hämophilen Arthropathie im Endstadium einhergehen.

Patricia Tobase und ihre Kollegen erhoben jährlich Daten von 130 Hämophilie-Zentren in den USA für den Zeitraum 2000-2010, wobei sie mit den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) kooperierten. Einbezogen wurden hämophile Patienten, die in das Universal Data Collection (UDC)-Programm eingeschlossen waren.

Die Wissenschaftler ermittelten dabei die Zahl der Arztbesuche, bei denen ein invasiver orthopädischer Eingriff dokumentiert wurde, als Anteil an den jährlichen Arztbesuchen. Zu den invasiven orthopädischen Eingriffen zählten die Rekonstruktion bzw. der Ersatz des erkrankten Gelenks (Arthroplastik), die operative Gelenkversteifung (Arthrodese) und die offene oder arthroskopische Abtragung der erkrankten Gelenkinnenhaut (Synovektomie), zu den in diese Studie einbezogenen Gelenken Schulter, Ellbogen, Hüfte, Knie und Sprunggelenk.

Tobase und ihre Kollegen beobachteten bei den untersuchten Gelenken der hämophilen Teilnehmer des Programmes über den elfjährigen Studienzeitraum eine Abnahme der invasiven orthopädischen Eingriffe um 5,6 Prozent.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 31.03.2016; dx.doi.org