Niedrigtitrige Inhibitoren bei zuvor unbehandelten Patienten häufiger

Niedrigtitrige Inhibitoren

10.03.17

Inhibitor

FLORENZ (Biermann) – Nur recht wenige Studien haben sich bislang vorrangig mit niedrigtitrigen Inhibitoren bei Hämophilie A befasst. Daher mangelte es an soliden Daten. Für mehr Klarheit haben nun italienische Wissenschaftler um Dr. Andrea Messori vom regionalen Gesundheitsservice ESTAR Regional Health Service, Florenz, mit einer Meta-Analyse gesorgt – also einer Analyse, die mehrere Studien zusammengenommen auswertet.

Ihre Ergebnisse bestätigen, dass Patienten, die zuvor nicht behandelt worden sind, häufiger niedrigtitrige Inhibitoren aufweisen als Patienten, die schon häufig Faktor-VIII-Konzentrat erhalten haben. Zudem belegen die Daten, dass niedrigtitrige Inhibitoren bei leichter Hämophilie nicht häufiger auftreten.

Ihre Literatursuche in der Datenbank PubMed hatte zu 340 passenden Artikeln geführt. Daraus wählten die Studienautoren 33 Patientenkohorten aus, die in die Meta-Analyse eingeschlossen wurden – davon 19 zuvor unbehandelte und 14 zuvor behandelte Patientenkohorten, die bereits viele Infusionen erhalten hatten, oder nicht selektierte Patienten.

Es zeigte sich, dass niedrigtitrige Inhibitoren in Studien mit zuvor unbehandelten Patienten mit einer Häufigkeit von 10,3% (95%-Konfidenzintervall 8,3-12,5%) auftraten, während die Häufigkeit bei den anderen Studien bei 5,8% (95%-Konfidenzintervall 2,5-10,4%) lag. Dieser Unterschied sei statistisch signifikant gewesen, unterstreichen die Studienautoren (P=0,003).

Darüber hinaus stellten sie fest, dass der Typ des eingesetzten Faktor-VIII-Konzentrats nicht mit einem erhöhten Auftreten niedrigtitriger Inhibitoren zusammenhing.

Quelle: Haemophilia. 2017 Feb 20. dx.doi.org/10.1111/hae.13193