Moderater Sport ohne Steigerung der Schmerzen möglich

Moderater Sport ohne Steigerung der Schmerzen möglich

15.12.16

Schmerzen, Sport

WUPPERTAL (Biermann) – Wenngleich Studien für Patienten mit Hämophilie Bewegungstherapien empfehlen, ist der Einfluss der körperlichen Aktivität auf Schmerzen in dieser Patientengruppe bislang nicht untersucht worden.

Daher ließen Sportmediziner der Universität Wuppertal Patienten auf einem Laufband bei selbstgewählter Geschwindigkeit trainieren, um zu sehen, wie sich das auf die Schmerzempfindlichkeit auswirkt.

In die Studie wurden 20 hämophile Patienten zwischen 24 und 58 Jahren eingeschlossen, davon 3 mit moderater und 17 mit schwerer Hämophilie. Siebzehn litten unter Hämophilie A und 3 unter Hämophilie B. Außerdem nahmen weitere 20 Personen zwischen 26 und 61 Jahren als Kontrollgruppe teil.

18 hämophile Männer und alle Kontrollpersonen absolvierten ein 30-minütiges Laufbandtraining. Die Schwellenwerte für Druckschmerz wurden an beiden Knien, Sprunggelenken und Ellbogen, Brustbein und Stirn vor und direkt nach dem Training gemessen.

Die Auswertung ergab, dass hämophile Patienten (3,5 km/h) und Kontrollpersonen (3,8 km/h) mit derselben Geschwindigkeit gelaufen waren. Allerdings unterschied sich die daraus resultierende Herzfrequenz signifikant: Während sie bei den hämophilen Patienten 102 Schläge pro Minute erreichte, lag sie bei den Kontrollpersonen bei 86.

Verglichen mit den Ausgangswerten blieben die Schwellenwerte für Druckschmerz an allen Messpunkten in beiden Gruppen nach dem Walking unverändert, was zeigt, dass die Schmerzen nicht schlimmer geworden waren.

„Die Befunde unveränderter Schwellenwerte für Druckschmerz nach moderatem aeroben Training lieferte erste Hinweise darauf, dass hämophile Patienten wie empfohlen ein Ausdauertraining bei einer selbst gewählten Geschwindigkeit absolvieren können, ohne akute Schmerzen zu verschlimmern“, schlussfolgern Steffen Krüger und seine Kollegen. Auf diese Weise könnten hämophile Menschen von den positiven Effekten des Ausdauersports profitieren.

Quelle: Haemophilia 2016;22(6):886–893. dx.doi.org/ 10.1111/hae.13016