Langzeitprophylaxe bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen effektiv

Langzeitprophylaxe bei Jugendlichen

22.03.17

Prophylaxe

BRON (Biermann) – Französische Mediziner haben den Einsatz der Langzeitprophylaxe bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit moderater bis schwerer Hämophilie A oder B untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass diese Behandlungsform mit Faktor VIII/IX in diesen Patientengruppen in Frankreich vorherrscht. Dabei ging die Langzeitprophylaxe mit einer niedrigen Jahresblutungsrate und einer hohen Therapietreue einher.

In ihre Studie hatten die Wissenschaftler um Dr. Sandrine Meunier vom Louis Pradel Hospital in Bron, Patienten zwischen 15 und 25 Jahren mit Hämophilie A oder B, einer Faktor VIII-/IX-Konzentration von zwei Prozent oder weniger und ohne aktuellen Inhibitor eingeschlossen. Voraussetzung war, dass sie seit mindestens zwölf Monaten mit Faktor VIII/IX behandelt worden waren und über Behandlung und Blutungen Tagebuch geführt hatten.

Die Forscher stellten fest, dass 169/212 Patienten (79,7%) eine Langzeitprophylaxe erhielten, während 40/212 (18,9%) eine Bedarfsbehandlung bekamen. Die häufigsten Gründe für den Beginn einer Langzeitprophylaxe waren Gelenkblutungen, Zielgelenke und häufige Blutungen. Hingegen wurde die Bedarfsbehandlung am häufigsten auf Basis eines leichten Blutungs-Phänotyps oder aufgrund der Erfordernisse der Langzeitprophylaxe ausgewählt.

Die mittlere Jahresblutungsrate war mit 6,33 in der Gruppe mit Bedarfsbehandlung höher als in der Gruppe mit Langzeitprophylaxe, in der sie 3,07 betrug (p<0,001). Außerdem beobachteten Meunier und ihre Kollegen, dass sich die mittlere Jahresblutungsrate zwischen den verschiedenen Altersgruppen (15-18, >18-21 und >21-25 Jahre) nicht signifikant unterschied. Allerdings war sie bei Patienten mit schwerer Hämophilie (4,02) signifikant höher als bei moderater Hämophilie (1,97; p=0,002).

Bei der mittleren Jahresblutungsrate für Gelenkblutungen sahen die Studienautoren keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen mit Langzeitprophylaxe und Bedarfsbehandlung. Nach Angaben der Ärzte hielten 97 Prozent der Patienten ihre Langzeitprophylaxe gut oder sogar ausgezeichnet ein.

Quelle: Thromb Res 2017;151:17-22. dx.doi.org/10.1016/j.thromres.2016.12.023

22.03.2017