Kniegelenksersatz bei Hämophilie

Kniegelenksersatz bei Hämophilie

08.12.15

Arthropathie, Operation, Schmerzen

MADRID (Biermann) – Viele hämophile Patienten leiden aufgrund wiederholter Gelenkblutungen unter einer hämophilen Arthropathie (= Gelenkschädigung). Schwere Schmerzen und eine funktionelle Einschränkungen erfordern mitunter einen Ersatz des gesamten Kniegelenkes. Mediziner sprechen dabei von einer totalen Knie-Arthroplastik (TKA).

Prof. Carlos Rodriguez-Merchan vom La Paz Universitätsklinikum in Madrid untersuchte, wie die Ergebnisse solcher Operationen aussehen, wie lange die Prothesen halten und wie oft Infektionen auftreten. Dazu überprüfte er mit Kollegen rückblickend die Krankenakten von 74 Patienten, die in einem Zeitraum von 13 Jahren aufgrund einer chronischen hämophilen Arthropathie des Kniegelenkes  mit insgesamt 88 Kniegelenkprothesen behandelt wurden (14 Patienten bekamen in einzelnen Operationen auf beiden Seiten ein neues Kniegelenk). In allen Fällen wurde derselbe Implantattyp verwendet.

Die Patienten seien im Durchschnitt 38,2 Jahre (Spanne 24-73 Jahre) alt gewesen, berichtet der Experte. Bei 14 Patienten lag eine Infektion mit dem HI-Virus vor, bei 32 eine Infektion mit Hepatitis C.

Im Schnitt wurde acht Jahre lang verfolgt, wie das Ergebnis des Gelenkersatzes ausfiel (Spanne 1-13 Jahre). Die „Überlebensrate“ der Prothesen – d.h. sie mussten nicht entfernt werden – lag bei 92 Prozent.

Als Gründe für Fehlschläge nennt Rodríguez-Merchán eine Infektion des künstlichen Gelenks (6,8%) und aseptische Lockerung (2,2%).  Damit resultierten auf den primären Kniegelenkersatzoperationen in dieser Serie ein gutes „Überleben“ der Prothesen und eine ausgezeichnete Schmerzlinderung. Im Vergleich zu Patienten ohne Hämophilie stellten Infektionen der künstlichen Kniegelenke für hämophile Patienten nach wie vor ein großes Problem dar.

Quelle: Am J Orthop (Belle Mead NJ). 2015 Dec;44(12):E503-7; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26665252