Kind mit Inhibitor? Mütter besonders belastet

Kind mit Inhibitor? Mütter besonders belastet

18.11.14

Forschung, Inhibitor, Sonstiges

ALEXANDRIA (Biermann) – Leidet ihr Nachwuchs unter einer chronischen Erkrankung, sind Eltern stark gefordert. Dass diese Belastung bei hämophilen Kindern durch die Entwicklung von Inhibitoren noch weiter steigt, untermauert eine aktuelle US-Studie.

In der Studie kam ein Online-Fragebogen zum Einsatz, der verschiedene Bereiche untersuchte: emotionaler Stress, persönliches Opfer, finanzielle Belastung, medizinisches Management, Schmerzen des Kindes und Transport. Der Punktwert für die Gesamtbelastung der betreuenden Personen errechnete sich aus den Werten dieser Bereiche.

Insgesamt 310 Betreuungspersonen füllten den Fragebogen aus, von denen 30 ein Kind mit Inhibitoren versorgten. In letzterer Gruppe waren die meisten zwischen 35 und 44 Jahre alt (56,7%), und in 80 Prozent der Fälle handelte es sich um die Mutter.

Im Vergleich zu denjenigen, die Kinder ohne Inhibitor versorgten, gaben die Betreuungspersonen von Kindern mit Inhibitor eine höhere Gesamtbelastung an. Einen ähnlichen Trend beobachteten die Wissenschaftler in den sechs einzelnen Bereichen, vor allem in den Rubriken „persönliches Opfer“ und „Transport“.

„Wenn die psychosozialen Aspekte bei der Behandlung von Patienten mit Inhibitoren beurteilt werden, sollte auch die Belastung der Betreuungspersonen berücksichtigt werden“, bilanzieren die Wissenschaftler um M. DeKoven von IMS Health in Alexandria, Virginia (USA).

Quelle: Haemophilia. 2014 Oct 2. doi: 10.1111/hae.12501. [Epub ahead of print]
DeKoven M et al. Impact of haemophilia with inhibitors on caregiver burden in the United States. dx.doi.org/10.1111/hae.12501