Intrakranielle Blutungen heutzutage viel seltener mit Todesfolge

Intrakranielle Blutungen heutzutage viel seltener mit Todesfolge

07.06.15

Blutungen

PHILADELPHIA (Biermann) – Erleiden hämophile Kinder eine Blutung innerhalb des Schädels (= intrakraniell), so ist heute glücklicherweise viel seltener von tödlichen Folgen auszugehen als früher: Lagen die Schätzungen bislang bei 20 Prozent, so hat Dr. Char M. Witmer vom Children’s Hospital of Philadelphia für die heutige Zeit einen Schätzwert von 2,5 Prozent ermittelt.

Vermutlich ist dies auf die verbesserte Therapiesituation zurückzuführen, denn die Wissenschaftlerin stellte zudem fest, dass „die Rate an intrakraniellen Blutungen leider konstant geblieben ist“. Weitere Anstrengungen seien erforderlich, um alternative Strategien zur Prävention zu identifizieren, so ihr Fazit.

Die rückblickende Studie bediente sich der Datenbank des „Pediatric Health Information Systems“, in dem Daten aus dem Zeitraum 01. Januar 2002 bis zum 31. Dezember 2011 von 43 Kinderkliniken in den USA erfasst sind. Die eingeschlossenen Patienten waren unter 21 Jahre alt und hatten Hämophilie A oder B.

Insgesamt gab es 8325 Einweisungen von 3133 männlichen hämophilen Patienten. Rund 271 (3,3%) der Einweisungen erfolgten bei 236 Personen (7,5%) aufgrund einer Blutung im Schädel. Der Anteil dieser Blutungen blieb im Laufe der Zeit stabil. Im Median* trat eine intrakranielle Blutung im Alter von zwei Jahren auf. Bei gut einem Viertel der betroffenen Kinder (28,4%; 77/271) lag ein Inhibitor vor.

Insgesamt 21 Todesfälle verzeichnete Witmer im untersuchten Zeitraum unter den hämophilen Patienten in der Datenbank (0,7%). Davon verstarben sechs Kinder mit einer intrakraniellen Blutung, woraus sich eine Sterblichkeitsrate von 2,5 Prozent (6/236) ergab.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 25.05.2015; dx.doi.org/10.1111/hae.12716
* Der Median oder Zentralwert ist laut Wikipedia ein Mittelwert für Verteilungen in der Statistik: de.wikipedia.org