Infektionen des Ports meist vermeidbar

Infektionen des Ports meist vermeidbar

13.02.15

Infektionen

PARIS (Biermann) – Französische Mediziner haben in der Fachzeitschrift „Haemophilia“ die Erfahrungen vorgestellt, die an ihrem Zentrum über 15 Jahre bei Kindern mit zentralvenösen Ports gesammelt wurden. Wie das Team um Annie Harroche vom Pariser Hôpital Universitaire Necker-Enfants Malades berichtet, wurden die Familien nach der Implantation des Ports gebeten, einmal im Vierteljahr zur Untersuchung ins Hämophiliezentrum zu kommen.

Bei diesen Besuchen wurden die Kinder von Ärzten mehrerer Fachrichtungen untersucht, unter anderem mit einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs, Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der großen Gefäße und einer präventiven fibrinolytischen Behandlung der Portkatheterverschlüsse. Die behandelnden Ärzte legten den Eltern ans Herz, bei Komplikationen oder Problemen unbedingt das Hämophiliezentrum aufzusuchen.

In die Untersuchung flossen die Daten von 50 Patienten ein. Die Gesamtzahl der Tage mit einem Port betrug 86.461 Tage, und der Port wurde etwa jeden zweiten Tag benutzt (41.192-mal). Im Schnitt war der Port 1269 Tage lang implantiert (Spanne 113-2794 Tage).

Insgesamt stellten die Wissenschaftler 25 Komplikationen fest, darunter neun Hämatome und fünf Infektionen, die den gesamten Organismus betrafen. Zwei Ports waren mit dem Bakterium Staphylococcus aureus infiziert und mussten daher ausgetauscht werden. Aus diesen Zahlen ließ sich eine Infektionsrate von 0,0578 Infektionen/1000 Katheter-Tage berechnen. Fälle von Thrombose traten nicht auf.

Die meisten Port-Infektionen bei Kindern können vermieden werden – selbst bei Patienten mit intensiver, lang andauernder Behandlung, lautet das Fazit der Studie. Die sehr niedrige Infektionsrate sei durch die Anstrengungen eines multidisziplinären Teams, kombiniert mit intensivem Training aller involvierten Personen, dem Befolgen der schriftlichen Protokolle und spezifischen Monitoring-Maßnahmen erreicht worden, bilanzieren Harroche und ihre Kollegen.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 27.01.2015; dx.doi.org/10.1111/hae.12638