Herzoperationen auch bei Hämophilie gut machbar

Herzoperationen auch bei Hämophilie gut machbar

14.11.14

Konduktorin, Operation

MELBOURNE (Biermann) – Mit sorgfältiger Planung können auch bei Patienten mit erblicher Blutgerinnungsstörung Herzbypass-Operationen sicher durchgeführt werden. Dies legt eine kleine, aktuelle Studie eines australischen Forscherteams um Prachi Bhave nahe.

Die Wissenschaftler werteten die Erfahrungen aus, die zwischen Januar 1997 und Dezember 2013 an einer großen australischen Klinik – dem Alfred Hospital in Melbourne – bei Herzoperationen von Patienten mit erblicher Blutgerinnungsstörung gewonnen wurden.

In ihre Studie bezogen sie 17 Patienten ein, davon 13 mit Hämophilie A, eine symptomatische Konduktorin von Hämophilie A, einen Patienten mit Hämophilie B und zwei mit Von-Willebrand-Erkrankung.

Die Herzoperationen umfassten zehn Herzbypass-Operationen, zwei Aortenklappenimplantationen, zwei Mitralklappenreparaturen, zwei Operationen mit Aortenwurzelersatz und eine kombinierte Operation mit Herzbypass und Aortenklappenersatz.

Rund um die Operation wurde den Patienten so viel Faktor-Konzentrat infundiert, dass physiologische Faktor-Spiegel erreicht wurden. So wurden vor der Operation 45 IU/kg infundiert, was bei schwer hämophilen Patienten den FVIII-Spiegel auf 90 Prozent erhöhen sollte. Wie die Forscher feststellten, mussten zwei Patienten nochmal aufgrund von Blutungen in den OP – einer am Tag nach der Operation, der andere nach 20 Tagen.

Insgesamt schlussfolgern Studienautoren, dass die meisten Patienten eine ausgezeichnete Hämostase gezeigt hätten und sich – eine sorgfältige Planung vorausgesetzt – auch Patienten mit erblicher Blutgerinnungsstörung sicher einer Herzbypass-Operation unterziehen könnten.

Quelle: J Card Surg. 2014 Oct 27. doi: 10.1111/jocs.12464. [Epub ahead of print]
Bhave P: A Guide to Performing Cardiac Surgery in Patients with Hereditary Bleeding Disorders.
dx.doi.org/10.1111/jocs.12464