Fit werden an der frischen Luft

Fit werden an der frischen Luft bei Hämophilie

20.02.17

Sport

NEW YORK (Biermann) – Früher hießen sie schlicht „Trimm-Dich-Pfad“, neudeutsch wird daraus auch gern mal eine „Outdoor-Sportanlage“. Wie man es auch nennt, Übungen an den in Parks oder Wäldern aufgestellten Geräten können auch bei Hämophilie eine gute Option sein, um sich fit zu halten. Auch wenn sie auf den ersten Blick eher nach Kinderspielplatz aussehen mag, so ist eine solche Anlage doch für schweißtreibende Workouts geeignet.

Die Zeitschrift „Hemaware“ der US-amerikanischen National Hemophilia Foundation hat das Thema kürzlich aufgegriffen und dazu zwei Physiotherapeuten befragt. So erläutert Heidi Purrington vom Hemophilia and Thrombosis Center am Phoenix Children’s Hospital in Arizona, dass die auf solchen Pfaden verfügbaren Geräte alle Muskelgruppen abdecken.

Physiotherapeutin Nicole Hroma vom Lurie Children’s Hospital in Chicago unterstreicht, dass vor dem Trimmen ein Besuch beim Physiotherapeuten ratsam sei. Dies diene dazu, sicherzustellen, dass die Gelenkgesundheit und der Bewegungsumfang die einzelnen Übungen zulassen. Wenn etwa der Oberkörper trainiert werden solle, könne der Physiotherapeut Schultern, Ellbogen und Handgelenke überprüfen. Sehr wichtig sei auch die korrekte Ausführung der Übungen.

Falls in der Physiotherapie-Praxis keine passende Ausstattung vorhanden ist, um die Übungen zusammen mit dem Physiotherapeuten durchzugehen, empfiehlt es sich, die Geräte zu fotografieren, damit der Physiotherapeut ihre Eignung im Einzelfall prüfen kann. Zudem kann er bei schwierigen Übungen Modifikationen vorschlagen, etwa Liegestütze im Stehen gegen einen Baum gelehnt zu absolvieren, um die Belastung zu verringern.

Wichtig ist vor allem, sich nicht zu überfordern. Vor und nach dem Training sind einige Minuten Walking und Stretching ratsam. Beim Training selbst kommt es mehr auf die korrekte Ausführung der Übungen an als auf die Zahl der Wiederholungen.

Bei einem Trainingsdurchgang reicht es, drei oder vier Übungen zu einem Körperbereich zu absolvieren und beim nächsten Mal dann den Fokus auf einen anderen Bereich zu legen. Die Empfehlung der Experten lautet, den Trimm-Dich-Pfad zwei bis dreimal pro Woche aufzusuchen – gern auch in Begleitung, damit jemand ein Auge auf die richtige Ausführung der Übungen werfen kann.

Wichtige Information: Besprechen Sie auch mit Ihrem behandelnden Arzt, welche körperlichen Aktivitäten für Sie geeignet sind und inwieweit Ihre Substitutionstherapie mit Faktorenkonzentraten entsprechend angepasst werden kann.

Trimm-Dich-Pfade in der Nähe sind zum Beispiel unter www.trimm-dich-pfad.com/ aufgeführt.

Quelle: Hemaware, Herbst 2016, hemaware.org/story/trailblazer und www.trimm-dich-pfad.com/