Einhaltung der Prophylaxe unter DHG-Mitgliedern untersucht

Einhaltung der Prophylaxe unter DHG-Mitgliedern untersucht

04.07.16

Prophylaxe, Schmerzen

FRANKFURT/HAMBURG (Biermann) – Wie gut wird in Deutschland die prophylaktische Therapie eingehalten? Dieser Frage gingen Dr. Wolfgang Miesbach vom Universitätsklinikum Frankfurt und Werner Kalnins von der Deutschen Hämophiliegesellschaft (DHG) in einer aktuellen Untersuchung nach. Anhand der deutschen Version des VERITAS-Pro-Fragebogens analysierten sie die Wirkung potenzieller Einflussfaktoren auf die Therapietreue. Dabei stellten sie bei bestimmten Subskalen der Therapietreue und bei Einflussfaktoren bedeutsame Unterschiede zwischen den Altersgruppen fest. Damit gebe es nun Ansatzpunkte, um die Einhaltung der prophylaktischen Therapie zu verbessern, erläutern sie.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Die Autoren baten alle DHG-Mitglieder mit schwerer oder mittelschwerer Hämophilie, die kontinuierlich eine Prophylaxe erhielten, besagten Fragebogen auszufüllen. Dabei fügten sie noch Fragen nach dem Alter des Patienten, dem Schweregrad der Hämophilie, Typ A oder B, der Frequenz der Prophylaxe, dem Grad der Schmerzen, der Eigen- oder Fremdbehandlung und weiteren Erkrankungen hinzu.

Miesbach und Kalnins analysierten die Antworten von 397 Patienten unter kontinuierlicher Prophylaxe, die zwischen 0 und 80 Jahre alt waren, nach folgenden Altersgruppen: 0–14 Jahre, 15–19 Jahre, 20–59 Jahre (20–29 und 30–39) und ab 60 Jahren.

Der ermittelte Durchschnittswert des VERITAS-Pro-Scores insgesamt betrug für alle Patienten 36,7±11,7 (Spanne von 24–86). Allerdings zeigte sich – in Form von höheren Punktwerten (41,1±11,7) die geringste Therapietreue bei Patienten zwischen 20 und 59 Jahren, verglichen mit den anderen Altersgruppen (30,0–35,7).

Die beste Therapietreue auf allen Subskalen des VERITAS-Pro bewiesen hämophile Kinder zwischen 0 und 14 Jahren.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 28.06.2016; dx.doi.org/10.1111/hae.13003

  1. Miesbach and W. Kalnins: Adherence to prophylactic treatment in patients with haemophilia in Germany