Anzeichen von Gelenkblutungen und hämophiler Arthropathie ähnlich

Anzeichen von Gelenkblutungen und hämophiler Arthropathie ähnlich

11.05.15

Arthropathie, Blutungen

UTRECHT (Biermann) – Gibt es Anzeichen, die eingesetzt werden können, um die Symptome einer  Gelenkblutung (Hämarthrose) von denen eines durch Blutungen geschädigten Gelenks (hämophile Arthropathie, HA) zu unterscheiden? Diese Frage wollten Merel A. Timmer vom Universitair Medisch Centrum Utrecht und ihre Kollegen mit einer Sichtung von bereits publizierten Forschungsarbeiten klären.

Zum Hintergrund schreiben sie, dass ältere Hämophilie-Patienten sowohl unter Hämarthrose als auch unter hämophiler Arthropathie leiden. Derzeit basiere die Diagnose von Hämarthrosen bei hämophilen Patienten auf dem klinischen Erscheinungsbild – es seien keine diagnostischen Protokolle oder validierten Kriterien verfügbar, um eine Hämarthrose zu identifizieren oder eine Hämarthrose von der hämophilen Arthropathie zu unterscheiden.

Die Überprüfung der Literatur zeige, dass es keinen Konsens zu den mit Hämarthrosen einhergehenden Symptomen gebe, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Haemophilia“. Auch die Literatur zu den Symptomen einer hämophilen Arthropathie sei überschaubar. Hinzu komme, dass die Symptome von Hämarthrosen und hämophiler Arthropathie sich teilweise überlappten – insbesondere solche Symptome, die mit dem Aufflammen der hämophilen Arthropathie verbunden seien.

Aufgrund dieser Überlappung sei es nicht einfach, zwischen Hämarthrosen und hämophiler Arthropathie zu unterscheiden. Auch führe die Unterscheidung auf der Grundlage von bildgebenden Verfahren oder Biomarkern zu praktischen Schwierigkeiten.

Das Fazit der Forscher: Trotz der Überlappung der Symptome scheine die Unterscheidung zwischen Gelenkblutungen und Aufflammen der hämophilen Arthropathie auf der Basis des klinischen Erscheinungsbildes nach wie vor die am besten geeignete und praktischste Lösung zu sein. Um spezifische Symptome zur Unterscheidung zu finden, seien weitere Studien erforderlich.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 09.04.2015; dx.doi.org/10.1111/hae.12667