Anteil der „coated platelets“ bei Hämophilie mehr als halbiert

Anteil der „coated platelets“ bei Hämophilie mehr als halbiert

16.11.15

Sonstiges

RICHMOND (Biermann) – Die sogenannten „coated platelets” stellen eine Untergruppe der Blutplättchen (Thrombozyten) dar, die stark thrombosefördernde Eigenschaften besitzt. Frühere Studiendaten haben zu der Vermutung geführt, dass der Blutungs-Phänotyp bei schwerer Hämophilie A mit den Konzentrationen dieser „ummantelten Plättchen“ zusammenhängt: So könnten Menschen mit Hämophilie A und einer höheren Konzentration dieser Plättchen einen leichteren Blutungs-Phänotyp zeigen und jene mit niedrigen Konzentrationen einen schwereren.

Eine aktuelle Studie kann diese Hypothese jedoch nicht bestätigen, ein solcher Zusammenhang wurde nicht gefunden. Allerdings beobachteten die Wissenschaftler um K. K. Lastrapes von der Virginia Commonwealth University, Richmond, dass die Spiegel der „coated platelets“ bei den 20 hämophilen Studienteilnehmern deutlich niedriger waren als bei den 12 gesunden Teilnehmern.

Von den Studienteilnehmern mit schwerer Hämophilie A zeigten 15 einen schweren Blutungs-Phänotyp (im Median acht Blutungen pro Jahr) und fünf einen leichten (im Median eine Blutung pro Jahr). Mit 17 bzw. 16 Prozent war der Prozentsatz der „coated platelets“ bei beiden Phänotypen ähnlich. Auch die Thrombozytenzahlen insgesamt und die Spiegel von Fibrinogen (Gerinnungsfaktor I) waren in beiden Gruppen ähnlich.

Im Vergleich zu den gesunden Studienteilnehmern, deren Anteil an „coated platelets“ bei 44 Prozent lag, war der Prozentsatz in der hämophilen Gruppe jedoch signifikant niedriger.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 11.11.2015; dx.doi.org/10.1111/hae.12844