Reisen/Urlaub

Reisen mit hämophilen Kindern





Im Folgenden möchten wir Ihnen zusätzliche Empfehlungen und Tipps für das Reisen mit Kindern geben, die an Hämophilie leiden. Diese umfassen einige Besonderheiten, führen aber auch Hinweise auf, die für gesunde Kinder gelten.

Autoreisen
  • Ein früher Start in den Urlaub, am besten schon gegen 3:00 Uhr oder 4:00 Uhr morgens ist für Kinder sehr angenehm, da sie meist weiterschlafen. Fahren Sie möglichst nicht zu Ferienbeginn oder Ferienende los, damit die Fahrt nicht zur unsäglichen Strapaze für alle Beteiligten wird.
  • Regelmäßige Pausen sind besonders für Kinder wichtig, damit diese ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachkommen können.
Bahnreisen
  • Das Reisen mit der Bahn bietet den Vorteil, dass die Kinder genügend Raum haben, um sich während der Reise zu bewegen. Zudem können eigene "Mutter-Kind-Abteile" gebucht werden, die nicht nur Lärmschutz, sondern auch die Möglichkeit des Rückzugs für Behandlungen bieten.
Flugreisen
  • Sollte Ihr Kind während des Fluges eine Behandlung benötigen, fragen Sie jemanden vom Personal, ob Sie sich in eine ungestörte Ecke zurückziehen dürfen.
  • Da die Luft im Flugzeug extrem trocken ist, sollten Sie Ihrem Kind häufig zu trinken geben. Um ein Austrocknen der Nasenschleimhäute mit einer oft einhergehenden Erkältung zu vermeiden, können Sie die Nasenschleimhäute während des Fluges mit physiologischer Kochsalzlösung in Tropfenform befeuchten.
  • Druckausgleich in den Ohren durchführen. Lassen Sie Ihr Kind bei Start und Landung aus einer Flasche trinken oder geben Sie ihm einen Kaugummi oder etwas zum Lutschen. Älteren Kindern können Sie den Druckausgleich über die Nase oder verstärktes Schlucken zeigen.
  • Obwohl Kinder mit Jetlag häufig besser umgehen können als Erwachsene, sollten sie bei Flügen in Richtung Westen an Bord möglichst nicht schlafen. Bei Flügen in Richtung Osten hingegen schon.
Fernreisen
  • Fernreisen sind für Kinder sehr belastend und sollten wohl überlegt bzw. vorbereitet sein. Mehr noch als für erwachsene Menschen mit Hämophilie stellen die klimatischen und hygienischen Bedingungen sowie die mangelhafte medizinische Versorgung für hämophile Kinder ein erhöhtes Risiko dar. Lassen Sie sich in jedem Fall tropenmedizinisch beraten, z. B. über das Robert-Koch-Institut, und holen Sie sich Informationen zu den Impfvorschriften und zum Verhalten im Notfall ein.
Reisen ohne Eltern
  • Sollte Ihren Kindern oder auch Ihnen selbst einmal der Sinn danach stehen, alleine Urlaub zu machen, können Sie auf verschiedene Angebote der DHG und der IGH zurückgreifen. Diese organisieren regelmäßig Kinder- und Jugendfreizeiten von einigen Tagen bis zu zwei Wochen. Das Angebot an Aktivitäten ist vielfältig und reicht von "Wie-steche-ich-mich-selbst"- Kursen bis zu Segelkursen.
Reiseapotheke
  • Neben den Faktorkonzentraten, Injektionswasser und weiteren Hämophilie-spezifischen Materialien gehören in eine Reiseapotheke für Kinder: Fieberthermometer Fiebersenkende Tropfen (Zäpfchen können schmelzen) Verbandszeug, Pflaster, Desinfektionsmittel Elektrolytlösungen bei Durchfall Mittel zur Verhütung und Behandlung von Insektenstichen Eventuell ein Breitband-Antibiotikum (Rücksprache mit dem Arzt)
  • Die in Apotheken erhältlichen Reiseapotheken sind meist nicht für Kinder geeignet, da sie auf den Bedarf von Erwachsenen abgestimmt sind.
Impfungen
  • Neben den für Kinder empfohlenen Impfungen sollten die für das jeweilige Reiseland erforderlichen Impfungen vorgenommen werden. (Informationen über das Robert-Koch-Institut, www.rki.de)
Sonnenschutz
  • Es ist besonders wichtig, Kinder vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Dies gilt insbesondere in Ländern, in denen die Intensität der UV-Strahlen besonders hoch ist. So ist beispielsweise auf den Kanarischen Inseln die UV-Belastung fünfmal höher als in Deutschland!
  • Als Sonnenschutz geeignete Kleidung besteht aus luftigen, langärmeligen Hemden und Hosen oder Röcken. Ein breitkrempiger Hut, möglichst mit Nackenschutz, gehört ebenfalls zur Grundausstattung.
  • Cremen Sie Ihre Kinder mit Sonnenschutzcreme mit besonders hohem Lichtschutzfaktor ein (bis 60). Wasserfeste Sonnenschutzmittel behalten nach dem Baden oder starkem Schwitzen nicht ihre volle Wirkung. Cremen Sie daher Ihre Kinder mehrmals am Tage ein.
  • Im Hochgebirge ist die UV-Belastung sehr hoch, selbst wenn der Himmel bewölkt ist.
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