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29.08.2011
Junge Hämophilie-Patienten sind an Online-Beratung durch andere Betroffene interessiert
TORONTO (BIERMANN) - Was erwarten junge Menschen mit vom Internet? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt ein kanadisches Forscherteam um L. Sterling von der University of Toronto Medical School.
Jugendliche verbringen bekanntlich viel Zeit im Internet, auch auf der Suche nach Gesundheitsinformationen. Weniger bekannt ist, ob und in welchem Maße sich junge Menschen mit Hämophilie im Netz über ihre Krankheit informieren.
Derzeit wird ein auf junge Menschen abgestimmtes, dem Alter angemessenes Online-Programm entwickelt, um auf die erhöhten Informationsbedürfnisse junger Menschen einzugehen, die von der Versorgung durch den Kinderarzt zur Erwachsenenversorgung wechseln.
Das Ziel der Autoren bestand darin, zu beschreiben, was die an ihrer Klinik behandelten Jugendlichen vom Internet erwarten und wie sie es nutzen. Ferner wollten sie die Charakteristika beschreiben, die die Website für diese Gruppe nützlich und attraktiv machen.
Zu diesem Zweck befragten die Wissenschaftler elf Teenager zu ihrer Internetnutzung und ihren Ansichten zu einer solchen Website. Dabei zeigte sich, dass die meisten Teilnehmer das Internet schon genutzt hatten, um Informationen rund um die Hämophilie zu finden. Allerdings konnte sich keiner von ihnen genau erinnern, welche Seiten er dabei besucht hatte.
Die Befragung ergab außerdem, dass sich einige wohler damit fühlten, das Internet zu befragen, anstatt Ärzte oder Krankenschwestern. Andere werteten die Verfügbarkeit des Internets rund um die Uhr, wenn Fragen auftauchen, als Pluspunkt.
"Insgesamt hatten sie das Gefühl, eine Website für Jugendliche mit Hämophilie würde ihnen dabei helfen, mehr über Hämophilie zu erfahren und dies anderen zu erklären", schreibt das Team um Sterling in der Fachzeitschrift Haemophilia.
Zudem nannten die Befragten das soziale Netzwerken im Internet mit einem älteren gleichgestellten Berater mit Hämophilie sowie mit anderen ihres Alters als potenziell wertvolle Quelle der Unterstützung.
"Jugendliche mit Hämophilie sind an einer Hämophilie-Website interessiert und haben eine Reihe von Charakteristika identifiziert, von denen sie glauben, dass sie ihnen beim Übergang in die Erwachsenenversorgung und darüber hinaus helfen", bilanziert das Forscherteam abschließend. Die Entwicklung der Website laufe derzeit noch.
Quelle: Haemophilia 2011, online erschienen am 29. Juli DOI: 10.1111/j.1365-2516.2011.02613.x
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