Atherosklerotische Herzerkrankungen: Verbreitung und Risikofaktoren bei hämophilen Krankenhauspatienten
PITTSBURGH (BIERMANN) - In der Studie von Dr. Margaret Ragni von der Universität Pittsburgh wurde erstmals die Häufigkeit von Herzerkrankungen, Herzinfarkt und Bluthochdruck bei hämophilen Krankenhauspatienten untersucht.
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass hämophile Patienten kein höheres Risiko für Herzkreislauferkrankungen haben als alle anderen Patienten auch. Atherosklerotische Herzerkrankungen treten in der westlichen Welt vielfach auf und gehören in dieser Region zu den häufigsten Todesursachen.
In dieser Studie wurden das Auftreten und die Begleiterscheinungen von atherosklerotischen Erkrankungen - wie beispielsweise Herzinfarkt, Angina pectoris und Erkrankungen der Herzkranzgefäße - von hämophilen Krankenhauspatienten untersucht.
Am Beispiel des US-Bundesstaates Pennsylvania wurde die Daten zu Herzkatheteruntersuchungen, Koronarangiographien, Begleiterkrankungen und Sterblichkeitsraten in den entsprechenden Krankenhäusern aus den Jahren 2001 bis 2006 gesammelt und ausgewertet.
In diesen Zeitraum traten bei 6,5 bis 10,5 Prozent der hämophilen Krankenhauspatienten atherosklerotischen Herzerkrankungen auf. Im Vergleich zu den Blutern ohne Herzkreislauferkrankungen waren jene mit Gefäßerkrankungen signifikant älter und litten mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit an Bluthochdruck sowie an erhöhten Blutfettwerten und an Diabetes (in jedem Fall war P<0,0001).
Dagegen ähnelten sich die entsprechenden Daten von Krankenhauspatienten mit Atherosklerose, ganz gleich, ob mit oder ohne Hämophilie. So hatten beide Gruppen eine etwa gleich hohe Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck, Diabetes, ischämische Herzerkrankungen sowie akuten Herzinfarkt.
Damit haben Hämophilie-Patienten mit Herzerkrankungen ähnliche Risikofaktoren und eine gleich hohe Sterblichkeitsrate wie herzkranke Patienten ohne Hämophilie.
Hintergrund dieser Arbeit ist, dass die Lebenserwartung von Patienten mit Hämophilie kontinuierlich steigt. Dank der Verfügbarkeit sehr sicherer Faktorpräparate und den guten Behandlungsmöglichkeiten bei einer Infektion mit AIDS oder Hepatitis C können altersbedingte Krankheiten, wie beispielsweise Herzkreislauferkrankungen, bei hämophilen Menschen an Bedeutung gewinnen.
Quelle: Haemophilia.4. März 2011; Doi: 10.1111/j.1365-2516.2011.02501
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