US-Studie: Hämophile Teenager sind genauso aktiv wie gesunde
NEW BRUNSWICK (BIERMANN) - Heutzutage werden hämophile Jungs zum Sport treiben ermutigt. Doch wie viel Zeit verbringen sie tatsächlich mit körperlicher Ertüchtigung, verglichen mit gesunden Altersgenossen? Das untersuchten N. P. Buxbaum von der Robert Wood Johnson Medical School in New Brunswick und Kollegen. Außerdem interessierten sich die Forscher für die sozialen und kognitiven Faktoren, die bei der Motivation dieser Gruppe, sich zu bewegen, eine Rolle spielen.
Das Team um Buxbaum untersuchte 17 hämophile Teenager zwischen elf und 18 Jahren und verglich sie mit 44 gesunden Altersgenossen, die zwischen zehn und 16,5 Jahre alt waren. Die körperliche Aktivität der Jugendlichen bestimmten die Wissenschafter mit Beschleunigungsmessern. Die psychosozialen Faktoren wurden anhand von Fragebögen erfasst.
Die Auswertung ergab, dass die hämophilen Jungs sogar körperlich etwas aktiver waren als die Kontrollgruppe. Beide Gruppen waren 70 Prozent des Tages inaktiv. Bei den Prozentsätzen moderater und intensiver Aktivität unterschieden sie sich nur wenig.
Die hämophilen Jugendlichen hatten ein günstiges Selbstbild. Ängste waren bei ihnen ähnlich stark ausgeprägt wie bei ihren gesunden Altersgenossen. Hingegen waren die Werte für die Selbstwirksamkeit niedriger als bei den Kontrollen, was auf eine gesteigerte Sensitivität gegenüber Hindernissen und einen Mangel an Akzeptanz von Alternativen hindeute, meinen die Forscher.
Wie die Wissenschaftler ferner beobachteten, wirkten sich Ansichten zur Gesundheit nicht auf die körperliche Aktivität aus. Sie fanden aber einen negativen Zusammenhang zwischen der Zeit, die mit intensiver oder sehr anstrengender Aktivität verbracht wurde, und den Werten für die Suche nach Unterstützung.
"Die Daten zeigen, dass Hämophilie-Patienten im geeigneten sozialen Umfeld und mit medizinischer Unterstützung körperlich genauso aktiv sein können wie ihre Altersgenossen ohne eine Blutungsstörung", schlussfolgern die Forscher. Es sei eine weitere Erforschung der psychosozialen Barrieren nötig, die hämophile Patienten vom Sport abhalten - dann könne man sie effektiver zu gesunden Verhaltensweisen ermutigen.
Quelle: Haemophilia, 16. März 2010 [Epub ahead of print]
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