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22.02.2010
Tests auf Faktor-VIII-Inhibitor ähneln Glücksspiel
WESTMEAD (BIERMANN) - Haben Sie Inhibitoren gegen oder nicht? Einer australischen Studie zufolge könnte die Antwort auf die Frage unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welches Labor ihr Blut untersucht hat.
Dieses Ergebnis ist bestürzend, da dem Labor nicht nur eine Schlüsselrolle bei dem anfänglichen Nachweis von Inhibitoren zukommt, sondern auch bei den wiederholten Messungen der Inhibitor-Titer, die eine Therapie zur Ausmerzung der Inhibitoren begleiten.
Die am häufigsten gesehen Faktor-Inhibitoren seien jene, die direkt gegen Faktor VIII gerichtet seien, schreibt das Forscher-Team um Emmanuel J. Favaloro vom Westmead Hospital. Diese würden in der Regel anhand des Original- oder Nijmegen-modifizierten Bethesda-Assays nachgewiesen.
Bereits zuvor gab es Anzeichen dafür, dass sich die Laborergebnisse von Inhibitortests stark voneinander unterscheiden - Grund genug für das Team um Favaloro, sich einmal näher mit diesem Punkt zu beschäftigen.
Daher führten die Forscher in den vergangenen drei Jahren zwei Studien auf der Basis von Fragebögen durch und zwei mit acht Proben: davon enthielt eine keinen Faktor-VIII-Inhibitor, zwei hatten einen niedrigen Inhibitor-Titer, drei einen mittleren und zwei einen hohen. Vier Proben wurden im Jahr 2007 von 42 Labors getestet und vier im Jahr 2009 von 52 Labors.
Die Ergebnisse zeigten große Abweichungen zwischen den Messungen der einzelnen Labore untereinander. Rund 10 Prozent aller Labore (oder rund 15 Prozent derjenigen, die die Bethesda-Methode verwendeten) gelang es nicht niedrigtitrige Inhibitoren von rund einer Bethesda-Einheit pro Milliliter nachzuweisen.
Labore, die die Nijmegen-Methode einsetzten, schienen besser abzuschneiden als jene, die den Standard-Bethesda-Assay verwendeten - die Variation zwischen den Ergebnissen war geringer und es gab keine falsch-negativen Ergebnisse.
"Es gab eine große Vielfalt an Laborpraktiken, wobei keine zwei Labore genau den gleichen Prozess einsetzte, um auf die Inhibitoren zu testen und die Befunde zu interpretieren", schildern die Wissenschaftler.
"Unsere Studie zeigt, dass nach wie vor großer Bedarf an Standardisierung und Verbesserung beim Nachweis von Inhibitoren besteht, und wir hoffen, dass unsere Befunde als Basis für künftige Verbesserungen auf diesem Gebiet dienen", schlussfolgern sie.
Quelle: Haemophilia, online erschienen am 12. Januar 2010
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