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09.12.2009

Eingeklemmte Ellennerven können auch bei Hämophilie gut behandelt werden


Ist der Ellennerv auf der Innenseite hinter dem Ellenbogen auf der Innenseite (Musikanten-"Knochen") eingeklemmt, kribbeln der Ring- und der kleine Finger und schlafen ein. Die Kraft schwindet - und auf längere Sicht auch die Muskeln. Wird die Einklemmung nicht behandelt, kommt es zu irreparablen Schäden. Mediziner sprechen vom Sulcus-ulnaris- oder Kubitaltunnelsyndrom.

Nun ist der Ellbogen das Gelenk, das bei Hämophilie am zweithäufigsten in Mitleidenschaft gezogen wird. Trotzdem gibt es nur wenig Daten dazu, inwieweit der Ellennerv bei Patienten mit hämophiler Arthropathie betroffen ist.

Dr. S. M. Javad Mortazavi vom Imam Universitätsklinikum in Teheran und Kollegen vom Hemophilia Treatment Center des Mount Sinai Hospital, New York, beschäftigten sich daher mit dieser Frage. Dazu werteten sie die Ergebnisse einer sogenannten anterioren subkutanen Vorverlagerung des Ellennervs in einer kleinen Gruppe von Hämophilie-Patienten aus, die an den beiden Einrichtungen behandelt wurden.

Sie sammelten rückblickend Daten zu sechs Patienten mit schwerer Hämophilie A, bei denen eine Lähmung des Ellennervs zu spät festgestellt wurde. Der Ellennerv war bei fünf von ihnen vorverlagert worden. Zum Zeitpunkt des Eingriffs waren die Patienten im Schnitt 45,8 Jahre alt, und sie wurden im Schnitt gut fünf Jahre lang beobachtet.

Dabei zeigte sich, dass nach der Operation keine Komplikationen beobachtet wurden und das Problem auch nicht erneut auftrat. Somit wurde bei den operierten Patienten kein weiterer Eingriff nötig.

Nach der Operation hatten die Patienten das Gefühl, dass sich die sensorischen und motorischen Störungen gebessert hatten oder ganz zurückgegangen waren. Die objektiven Maße konnten das allerdings nicht ganz bestätigen.

Trotzdem stellen die Forscher fest, dass dieser Eingriff effektiv ist, um die Symptome der Patienten zu bessern - und das bei einem geringen Komplikationsrisiko.

Allerdings kann das Kubitaltunnelsyndrom mittlerweile auch endoskopisch operiert werden: Auf diese Weise können Vernarbungen durch den sonst nötigen langen Schnitt und Funktionseinschränkungen über Wochen vermieden werden.

Quelle: Haemophilia, published online: 18. November 2009; www.hpc-oldenburg.de



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