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05.10.2007

Medikamente online kaufen - aber richtig


Der Online-Einkauf - längst Standard

Der bequeme Einkauf vom Computer aus ist für viele Deutsche längst Teil ihrer Einkaufsroutine. Der Online-Einzelhandel kann seit fünf Jahren steigende Umsätze verzeichnen, teilweise verkauften die Händler ein Drittel mehr Ware als im Vorjahr, so die Daten des GfK Webscope vom August 2007. Auch hier zählt vor allem die gute Verbindung: Die Zahl der Einkäufe steigt, seit immer mehr Nutzer über Breitbandanschlüsse wie DSL ins Internet gehen.

Während die meisten online ihren Urlaub planen und Flugtickets, Übernachtungen und Pauschalreisen kaufen, nimmt auch der Handel mit Medikamenten stetig zu. Online-Handel mit Arzneimitteln war 2006 der Bereich mit den größten Zuwachsraten nach einer Analyse der ACTA (Allensbacher Computer- und Technik-Analyse), die Deutschen bestellten 60% mehr Tabletten, Tropfen und Medizinische Artikel im Internet als noch im Jahr zuvor.


Preisvergleich als Motivation

Bei vielen zuzahlungsfreien Medikamenten tobt schon länger der Preiskampf. Seit im Januar 2004 die Preisbindung für nicht verschreibungspflichtige Medikamente aufgehoben wurde, bieten manche Versandhändler die Präparate bis zu einem Drittel günstiger an als die Apotheke um die Ecke.
Preisvergleich ist laut GfK für 22 Millionen Nutzer der wichtigste Grund für den online-Einkauf, denn nirgends lassen sich so schnell viele Anbieter vergleichen. Dies gilt auch für Medikamente. Auf den Websites www.medipreise.de und www.medizinfuchs.de können die Kunden die Preise verschiedener Versandapotheken miteinander vergleichen. Allerdings ist zu beachten, dass hier nicht alle der 1400 verfügbaren Versandapotheken gleichermaßen berücksichtigt werden und auch ausländische Anbieter häufig außen vor bleiben.


Rezeptpflichtig, aber fast zuzahlungsfrei

Auch im Versandhandel gilt für Medikamente auf Rezept die Zuzahlungspflicht. Das Landgericht Frankfurt hat im Juli 2006 entschieden, dass auch ausländische Apotheken Medikamente nach Deutschland verschicken dürfen, auch wenn sie verschreibungspflichtig sind. Die Kosten für diese Medikamente unterliegen einer festen Preisbindung, sind also online nicht günstiger. Trotzdem können hier ausländische Versandhändler auftrumpfen. Sie unterliegen nicht den deutschen Regelungen und erlassen deutschen Kunden häufig einen Teil der Zuzahlungen. Die Verbraucherzentrale Sachsen empfiehlt jedoch, vorher mit der Krankenkasse zu klären, dass sie die Kosten für die im Ausland bestellten Arzneimittel übernimmt. Manchmal existieren auch spezielle Kooperationsabkommen zwischen Kassen und Versandhändlern, die den Kunden Sonderkonditionen wie Rabatte oder kostenlose Lieferung bieten. Hier lohnt sich eine kurze Nachfrage bei der Krankenkasse.


Beratung verbessert

Auch Versandapotheken sind verpflichtet, ihre Kunden zu beraten und über Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten aufzuklären. Dieser Bereich hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Im Jahr 2005 bekamen die Tester schon bei Standardfragen durchweg falsche Antworten, fehlerfrei wurden sie bei keinem Anbieter informiert. Heute sieht das anders aus: Die Stiftung Warentest machte im Oktober 2007 erneut die Probe und bei der Beratung konnten fünf von 15 Apotheken die Fragen der Tester gut beantworten, weitere fünf immerhin noch befriedigend, nur eine Apotheke bekam das Urteil "mangelhaft". Bestellung und Versand klappten sehr gut bis gut, nur vier Anbieter schnitten schlechter ab.


Seriösität prüfen

Infos über Medikamente online
Preisvergleichswebsites:
www.medipreis.de
www.medizinfuchs.de
Infos Verbraucherzentrale Sachsen:
www.vzs.de
Stiftung Warentest:
Test im Überblick
Anbieter und Adressen
Testergebnisse
Liste zuzahlungsfreier Medikamente:
www.gkv.info
Für rezeptpflichtige Medikamente gilt ohnehin, dass die Internet-Apotheke möglicherweise bequemer und günstiger, aber nur selten schneller ist als der Weg zum Apotheker um die Ecke. Denn das Gesetz verlangt, dass Rezepte im Original eingeschickt werden, erst wenn dieses vorliegt, darf der Anbieter seine Ware verschicken.

Die Verbraucherzentrale rät daher auch, besonders misstrauisch zu werden, wenn es angeblich anders geht. An der Seriösität von Anbietern, die "diskret", "ohne Rezept" oder mit "Online-Rezept" Ware versenden, sollte der aufmerksame Kunde sofort zweifeln. Hier kann günstig sehr teuer werden: "Gerade bei Händlern aus Übersee oder Fernost besteht die Gefahr, dass gefälschte, nicht zugelassene oder falsch dosierte Arzneimittel geliefert werden", so die Erfahrung. Erst kürzlich warnte die deutsche Zulassungsbehörde für Arzneimittel vor gefälschten Medikamenten. Bei einer Stichprobe entlarvte das Zentrallabor Deutscher Apotheker die Hälfte der Lieferungen als Fälschung, vier Medikamente enthielten gar keinen Wirkstoff, zwei zu wenig. Auch ohne böse Absicht des Anbieters können Medikamente gleichen Namens aus dem Ausland andere Wirkstoffe enthalten.

Die Seriösität eines Anbieters lässt sich schon auf der Website prüfen: Beim Surfen lohnt sich der Klick auf das Impressum, dort sollten die Adresse der Apotheke, der Betreiber sowie die Aufsichtsbehörde und die zuständige Apothekerkammer aufgeführt sein. Auch die Genehmigung zum Versandhandel muss eine Online-Apotheke vorweisen können. Persönliche Daten sollte der Kunde nur herausgeben, wenn die Datenübertragung verschlüsselt geschieht. Dies ist meist mittels SSL-Technik gelöst, erkennbar am https:// in der Adressleiste des Browsers oder einem kleinen Schloss-Symbol neben der Adresse.



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