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20.09.2004

Genetisch veränderter Fisch bildet Blutgerinnungsfaktor VII


Wissenschaftler der Universität von Southampton haben in einem Süßwasserfisch einen interessanten Stoff gefunden, der in Zukunft zum Blutstillen verwendet werden könnte. Auch für Bluterkranke könnte dieser Stoff eingesetzt werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Der genetisch veränderte Süßwasserfisch Tilapia (Oreochromis spp.), der auch als Speisefisch gezüchtet wird, hat einen Blutgerinnungsfaktor geliefert, der für eine seltene Form der Bluterkrankheit Verwendung finden kann. Die Forscher der Universität von Southampton untersuchen nun gemeinsam mit amerikanischen Experten, ob nicht auch innere Blutungen und Verletzungen damit behandelt werden können.

Der Faktor VII, so der Name des Blutgerinnungsfaktors, konnte mit Hilfe eines Hamstergens im Fisch erzeugt werden. Allerdings sind die Kosten dafür enorm. Eine einzelne Injektion kostet bis zu 6.000 Pfund (8.800 Euro). Behandelt wird damit eine seltene Form der Hämophilie namens Alexanders-Krankheit. Nun will Studienleiter Norman Maclean von der Universität Southampton dieses Protein um ein Zehntel des Preises herstellen. Der Fisch soll ein menschliches Gen erhalten, das diesen Blutgerinnungsfaktor herstellt. Die Forscher arbeiten mit dem Biotechnologie-Unternehmen AquaGene in Florida zusammen.

Maclean zeigt sich überzeugt davon, dass der Fisch auch andere Krankheiten heilen kann. "Es gibt eine Reihe anderer human-therapeutischer Proteine, die von dem Fisch hergestellt werden können", so der Experte. So könnten etwa Lungenkrankheiten behandelt werden. Bis allerdings der Gerinnungsfaktor marktreif ist, werden noch einige Jahre vergehen.


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