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28.12.2011
Hämophiler Triathlet mit großen Plänen
WASHINGTON (Biermann) - Wer mit einer chronischen Erkrankung geschlagen ist, fühlt sich nicht selten vom Leben verraten und neigt zu depressiven Verstimmungen. Doch zum Glück gibt es immer wieder positive Vorbilder, Kämpfernaturen, die zeigen, dass das Leben auch völlig anders laufen kann als erwartet.
Ein Beispiel: Vaughn Ripley ist ein Mann mit und HIV-Infektion, der vor wenigen Jahren zudem eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus überwunden hat - soweit kein ungewöhnlicher Hämophilie-Patient.
Aber Ripley ist, was seinen Kampfgeist angeht, ein ganz und gar außergewöhnlicher Mann. Am 3. Januar 1987 erfuhr der damals 19-Jährige, dass er sich über Plasmaprodukte mit HIV infiziert hatte. Die Nachricht warf ihn so aus der Bahn, dass er zu Drogen griff. Ein Arzt habe ihm damals erklärt, er habe nur noch zwei Jahre zu leben, erzählte Ripley im November im Interview mit "Hemaware", der Zeitschrift der US-amerikanischen National Hemophila Foundation.
Als aber die zwei Jahre um waren und er realisierte, dass er nach wie vor unter den Lebenden weilte, fragte Ripley sich selbst, ob er so weiterleben wolle. Die klare Antwort lautete nein, und der junge Mann zog sich quasi an den eigenen Haaren aus dem Morast.
Vor acht Jahren erblickte der Datenbank-Administrator dann in der Washingtoner U-Bahn eine Anzeige für einen Marathon in New Orleans, die sein Leben aufs Neue veränderte: Sie warb für die Teilnahme zugunsten der AIDS-Versorgung und -Forschung. Als HIV-positiver Mensch fühlte Ripley sich direkt angesprochen und entschloss sich umgehend, daran teilzunehmen. Noch am selben Tag begann er mit dem Training.
Nach dem Marathon begann er zudem mit Krafttraining und wurde zertifizierter Personal Trainer. Als letzten Sommer ein Mini-Sprint-Triathlon (zirka 400 m Schwimmen, rund 9,6 km Radfahren und zwischen 2,4 und 4,8 km Laufen) in seiner Nähe stattfand, probierte er auch dies aus - und war so begeistert, dass er sich zum Ziel gesetzt hat, in seinem Leben noch 100 Triathlons zu bestreiten. Nächstes Jahr will er sich steigern und sich an die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) wagen und für 2017 - wenn er 50 wird - hat er gar den Kona Ironman im Visier.
Neben Motorradrennen hat er sich auch sieben Jahre lang mit Felsenklettern beschäftigt. Zu seinen Hobbies zählen unter anderem noch das Gitarre spielen, schreiben, Mountainbike fahren und Krafttraining. Zusammen mit seiner Frau Kristine hat Ripley dank In-vitro-Fertilisation einen Sohn und eine Tochter. Nach Angaben auf seiner Website zählt er mit den mehr als 23 Jahren, die er schon mit der HIV-Infektion lebt, zu den am längsten lebenden HIV-positiven Menschen weltweit.
In seinem Buch "Survivor: One Man's Battle with HIV, Hemophilia, and C? erzählt Vaughn Ripley die Geschichte seines bisherigen Lebens. Unter http://hivlongevity.com/ schreibt er zudem einen Blog.
Quellen: Interview vom 14.11.2011 in Hemaware: Iron Man - Man with hemophilia aims to run 100 triathlons; Pressematerial der Seite www.vaughnripley.com; http://hivlongevity.com
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